Archiv für Februar 2017

Ramada-Cup – Whisky unterm Kilt

Anja ratzt, das Schachkid ist schon wach und beäufgt das Handy im Dunkeln. Erster Tag in Köln, das Schachkid geht als Schottischer Edelmann zum Frühstück. Der Rest geht seriös. Offensichtlich spielen keine Rheinländer mit. Die Eröffnung wird abgekürzt. Der Bürgermeister von Brühl erläutert, er sei nur da, um den Zwischenraum der närrischen Regentschaft zwischen den 11.11. und Aschermittwoch zu überbrücken. Der Vorsitzende des Schachverbandes schafft es in seiner Rede, Yoko Ono, John Lennon und das Schachspiel zu verbinden. Später haut er dem Schachkid auf die Schulter und teilt strahlend mit, er freue sich, einen Schotten zu sehen.

Anja spielt gegen einen blinden Gegner, was sicher ungewohnt ist. Das Schachkid holt der Anja ein Getränk. Die Kellnerin fragt interessiert, ob es dem Schachkid nicht zu kühl unterm Rock sei.

Das Schachkid spielt gegen eine Düsseldorfer. Das der sich nach Köln traut… Läuft nicht gut. Das Schachkid geht an die frusche Luft und wird aus der Raucherecke kritisiert, das die Beine aber mal enthaart werden müssten.

Wieder drinnen befragt eine ältere Dame 20 Minuten lang den Mitarbeiter an der Rezeption, wie der Fernseher zu bedienen sei. Dieser erklärt geduldig, die Pfeiltasten auf der Fernbedienung seien der entscheidende Faktor. Die ältere Dame zieht wütend und fluchend ab. Im Hintergrund hält ein zweiter Mitarbeiter seinen Computerbildschirm fest und haut seinen Kopf dagegen.

Das Schachkid verliert die Qualität, Anja spielt immer noch. Das Schachkid wandelt durch den Saal und ernet lobende Kommentare ob seiner „schönen Waden“.

Anja spielt und spielt und spielt… Das Schachid gibt auf und begibt sich in den zweiten Turniersaal. Zwei weibliche Schiris schauen das Schachkid interessiert an und wollen das Schachkid unter dem Kilt greifen. Die Damen sehen Entsetzen und mutmaßen, das Schachkid habe Angst…

Anja spielt immer noch, das Schachkid geht einkaufen.

Ramada-Cup – Kölle Alaaf

Das Schachkid und die Grand Dame des Schachs in Briesen, Anja, spielen den Ramada-Cup in Brühl mit. Man startet entspannt in Berlin. Die deutsche Bahn stiftet Verwirrung und hängt die Waggons des Zuges durcheinander. Anja findet nicht zum Schachkid. Dieses schleppt seinen schweren Koffer die Treppe hoch, die Rolltreppe geht mal wieder nicht. Praktischwerweise hält der durcheinander gewürfelte Zug quasi mit dem richtigen Waggon direkt vor em Schachkid. So sitzt dieses schon 10 Minuten, ehe Anja den Zug durchpflügt hat.

Weiter geht es mit den Pannen. Das Schachkid hat Hunger. Wie immer in solchen Situationen sorgt sich die Bahn um dei Gesundheit der Passagiere. Und hat im Speisewaagen eine Panne, nicht mal einen Schokoriegel. Anja spendet den ausgehungerten Schachkid einen Muffin.

Um 21.15 ist man da und hat 20 Minuten Zeit am HbF Köln. Das Schachkid knipst begeistert Fotos. Jede Menge Wooling, hier is wat los. Karneval in Köln. Anja drängelt, ab zum Bahnsteig zum Regio nach Brühl. Dort steht ein ICE, der sich gerade teilt. So muss es sein, wenn sich ein ICE wie eine Zelle vermehrt. Eine Hälfte fährt nach links, die andere nach rechts. Vom Regio keine Spur.

Keine Ansage nix. Die Anzeige verschwindet. Vermutlich ist es ein Harry-Potter-Zug. Das Schachkid hat dieses Jahr mitgedacht und schon am Nachmittag ein Taxi zum Brühler Bahnhof bestellt. Nutzt nun nix, da man in Köln festhängt. Das Schachkid fotografiert erstmal den Dom.

Draußen keine Taxis in Sicht, nur eine lange Schlange am Taxistand. Man läuft zur anderen Seite, auch hier keine Taxis. Also zurück laufen, Anja will nicht durch den Bahnhof, sondern drumherum laufen. Gegenüber der Rückseite des Kölner Bahnhofs sieht die Rückseite des Bahnhofs Zoo in Berlin regelrecht seriös aus.

Also nun den Zug um 22.36 bekommen. Der fällt ersatzlos aus. Die Ansage empfiehlt die Straßenbahn nach Bonn. Anja und das Schachkid befragen einen Bahnmitarbeiter nach der Straßenbahn.. Dieser meine, hier gäbe es nur eine U-Bahn. Der nächste befragte Mitarbeiter hält die Straßenbahn für eine S-Bahn und ist sehr empört ob der Zweifel des Duos Infernale. Man steigt zum Gleis der S-Bahn empor, das Bonn fährt nix. Man steigt ersatzweise in den Zug nach Köln-Deutz in den Zug. Vielleicht findet sich dort ein Taxi.

Fehlanzeige, Anja und das Schachkid irren zum Taxistand, Massen an Wartenden und keine Taxen. Es ist kurz vor Mitternacht, es ist kalt, dunkel und ein Orkan zieht auf. Ein wartender Mercedes ruft dem Duo Infernale zu, ob man gerade eine Taxe suche. Er habe einen Mietwagen. Oh Wunder, der liebe Gott hat ein Einsehen. Der Rheinländer berichtet begeistert von seinem antiken Schachcomputer Mephisto. Und hat außerdem vor Jahrem Dieter Gorny durch die Gegend gefahen, dem Chef des Musiksenders Viva, als das noch ein guter Sender war.

Kurz nach Mitternacht an der Rezeption. Es gibt keine Schlüssel, sondern neuerdings Chipkarten für das Zimmer. Anja ist begeistert, der Mitarbeiter am Empfang nicht. 10 Minuten nach Mitternacht hebt dieser zu einem epochalen Vortrag über den Vorteilen von Zimmerschlüsseln an. Anja guckt verzweifelt.

Halb eins nachts – man schläft endlich im Zimmer ein.