Archiv für Dezember 2016

26. Erfurter Schachfestival – Nerven lassen

3,5 aus 5 Punkte, bisher lief es durchwachsen für das Schachkid, Mal schauen, wie es heute weiter geht.

Gegen Thomas Woost spielt das Schachkid die schlimmste Partie im ganzen Turnier. Lange wurde das Schachkid nicht so auseinander genommen in der Eröffnung. So spielt man den Najdorf nicht, schrieb das Schachkid bereits vor einem Jahr an dieser Stelle. Innerhalb von 12 Monaten hat das Schachkid es nicht hinbekommen, sich mit dem Najdorf zu beschäftigen. Da ist noch Luft nach oben.  11.  …. e5 ist der erste fatale Zug, da der weiße Springer nun nach f5 kann und den wichtigen Le7 abtauscht. Der schützt den Königsflügel und den Bd6. Der zweite Fehlgriff 12. … Te8 folgt sogleich. Das Schachkid gibt nach 1 Stunde frustriert auf und bestückt seine Speichelprobe. Da hat der Theo Gungl was zum messen, der Stresslevel muss hier echt hoch gewesen sein.

Das Schachkid begibt sich erneut auf die Suche nach einer Thaimassage und wird fündig. Entweder verspannt man am Brett zu sehr oder das Schachkid wird alt. Jedenfalls haben diese Thaimassagen eine entspannende Technik drauf. Der Rücken wird geklopft wie ein Schnitzel. Arme und Beine werden alle Richtungen verbogen. Gelegentlich trampelt die Masseurin wortwörtlich auf dem Kunden herum. Es ist auf jeden Fall entspannend.

Gegen Dr. Zalewski hat das Schachkid schonmal vor vielen Jahren gespielt. Ein harter Gegner… Das Schachkid erlebt ein Deja Vu mit Variation. Der gleiche Najdorf wie am Vormittag. Diesmal spielt das Schachkid nicht e5, büßt aber dafür die Qualität ein. Das Schachkid überlegt nach einer Stunde im 16. Zug schon wieder, ob es nicht besser aufgeben sollte.  Nur aus Trotz spielt das Schachkid weiter, obwohl diese Art der Verteidigung sehr zermürbend ist. Im 22. Zug kann sich faktisch keine schwarze Figur bewegen. Vielleicht schafft das Opfer der Qualität etwas Intiative. Danach scheint der Plan klar. So viele Bauern wie möglich vom Brett nehmen, dann Figuren abtauschen. Weiß bleibt mit dem Springer zurück und es wird Remis. Leichter gesagt als getan – und doch gelingt es. Die Stellung wird zunehmend offener, der weiße König sieht sich ständigen Schachs ausgesetzt. Aus weißer Perpesketive ist die Partie sicher schwer zum Gewinn zu führen, trotz der Mehrfigur.

Nach dieser langen Partie springt das Schachkid kurz in die Sauna. Dieses hat das Hotel auf die 17. Etage gebaut. Bei 90 Grad Celsius hat man einen Rundumblick über das weihnachtlich verschneite Erfurt. Das ist wirklich wunderschön.

Beim Abendessen fragt das Schachkid den Bundesbernd, ob dieser noch aktiv spiele, womöglich sogar für seinen Heimatverein, die TSG Apolda. Der Bundesnachwuchstrainer schaut sichtlich irritiert. Und erwähnt, dass sein letztes Spielgeschehen in der Bundesliga gewesen sei. Das Schachkid muss zugeben, dass es die Nachrichtenlage zum Schachgeschehen nur sehr selten verfolgt. Da tun sich dann schon mal Bildungslücken auf.

Seine umfassenden Fähigkeiten demonstriert der Bundesbernd dann sogleich. Doppelkopf kann er auch. Liegt am Tisch aber trotzdem hinter dem Schachkid. Tissch- und Spielerwechsel. Es kommen einfach keine Karten. De Punkestand dreht ins Minus. Leides Jauchzen am Nachbartisch. Der Turnierorganisator hatte im Vorjahr noch den letzten Platz belegt. Offensichtlich hat er geübt. Dieses Jahr gewinnt er freudestrahlend das Doppelkopfturnier, was ihm die Anwesenden von Herzen gönnen. Das Schachkid übernimmt die Medaillenvergabe, der Gewinner kann sich ja nicht selber ehren.

26. Erfurter Schachfestival – Schachkid räumt ab

Das Hotel kann Frühstück und holt erneut Punkte beim Schachkid. Ein Frühstück in Ruhe und dabei Zeitung lesen, so muss Urlaub sein. Vorher erschrickt sich das Schachkid fast zu Tode. Vorige Woche guckt das Schachkid noch die Videoserie Königsindisch von der Melanie Lubbe bei Chess24. Selbige steht prötzlich am Buffet vor dem Schachkid und wird von diesem fast über den Haufen gerannt. Ein bisschen Prromifeeling beim Frühstück…

Das Schachkid komm in den Spielsaal. Der Turnierdirektor fragt, wie es beim Skat gelaufen sei. Das Schachkid meint, so la la…Es geht los, Preise werden verlost, fürs Skatturnier. Es gibt die Schnecke zu gewinnen, für den letzten Platz im Skatturnier. Das Schachkid denkt schon an die Partie und hört aus der Ferne seinen Namen.  Was ist das? Letzter beim Skatturnier geworden? Und das dem Thüringer, der Skat mit der Muttermilch eingesaugt hat?

Der Turnierleiter Daniel Wantzek eilt freudig auf das Schachkid zu. Der Schlingel, der eben noch scheineilig das Schachkid befragt hat. 10 Jahre spielt das Schachkid nun schon in Erfurt mit, nun hat es endlich mit einem schönen Pokal geklappt.

schnecke

Es geht weiter mit einer Verlosung. Das Schachkid wird schon wieder aufgerufen. Heute läuft es. Der Turnierleiter bringt einen hübschen Schachkalender vorbei. Der passt gut zum Kugelschreiber mit dem eignen Namen drauf, den heute jeder Teilnehmer erhalten hat.

kalender

Diese Aufmerksamkeiten machen das Erfurter Schachfestival neben den sehr guten Spielbedingungen wirklich zu etwas besonderen.

Eine junge Dame wartet mit etwas über 1000 DWZ. Das Schachkid hofft auf einen schnellen Sieg. Wird nix. Die junge Dame macht das, was das Schachkid auch ab und an tun sollte, bei jeden Zug lange nachdenken.

Schottisch wirds… Auf 4. … Sf6 hat  das Schachkid noch kein Rezept. Das Schachkid sollte sich wirklich mal die Theorie angucken. Die Gegnerin agiert noch etwas zaghaft. 7. …dc  statt bc ist ein Fehler und ermöglicht Weiß, die schwarze Stellung zu demolieren. 12. … Le6 statt …Lg4 wäre etwas zäher gewesen. So wird der Läufer gleich vertrieben. Es fallen einige Bauern und nach einigen Abtauschen kann Schwarz den Bauerneinzug nicht verhindern. Dran bleiben heißt es für Schwarz. Aber vielleicht wäre das Amateurturnier statt des brutalen Hauptturniers die motivierendere Wahl für die Spielstärke gewesen.

Das Schachkid muss, so will es das vibrierende Ding am Arm, Schritte tun. Also ab in die Innenstadt. Auf zu einer neuen Thaimassage, der Rücken schmerzt.  Der Laden sieht komisch aus. Das Schachkid beschließt, lieber in ein Mittagessen zu investieren. Oh ein Bierladen. Tatsächlich hat Erfurt nun anscheinend einen Bierladen, wo es internationale Biere gibt, Bierseminare inclusive.

Auf dem Weihnachtsmarkt angekommen wird nochmal in Nüsse investiert. Nüsse kann man nie genug haben. Dazu ein kleines Rostbrätl. Das Schachkid beißt beherzt hinein. Geschmacksexplosion auf der Zunge… Braten können nur die Thüringer. Das Schachkid denkt sogleich an eine Rückkehr in die Thüringer Heimat nach und schickt Abends eine Bewerbung los.

Paulsen kommt aufs Brett. Das Schachkid ist sich ziemlich sicher, dass es die Theorie hier falsch spielt. Es wird bei Gelegenheit in den vier Schachbüchern nachschlagen, die es heute beim Stand von Eurochess erworben hat. Die Frage ist, wohin mit dem weißen Läufer im 12. Zug? Der Abtausch macht wenig Sinn. 14. Ld3 hofft auf einen möglichen Königsangriff. Statt 21. Taf1 könnte man aucch g4 spielen, um denn schwarzen weißfeldrigen Läufer zu blocken und den Turm nach h3 zu bewegen. Dies ist dem Schachkid aber nix, seine Königsstellung so aufzureißen.  Schwarz macht mit 22. … f6 einen kapitalen Fehler. Die schwarze Königsstellung öffnet sich nun und ist nicht mehr zu halten. Das Endspiel ist gewonnen, wenn Weiß nicht schon vorher matt wird.

Abends steht noch ein Würfelblitz an. Das Schachkid erwägt kurz die Sauna. Die Aussicht auf lustiges Schach obsiegt. Im Würfelblitz würfelt man die Bedenkzeit aus. Im Extremfall hat eine Seite 2 Minuten Zeit, die andere Seie 6 Minuten. Diese Idee könnte man zum Briesener Open importieren. Es spielen eindeutig zu viele Titelträger mit, die finden das Format offensichtlich auch sehr reizvoll. Das Schachkid macht 3,5 Punkte aus 9, kein tolles Ergebnis, aber lustig.

 

26. Erfurter Schachfestival – Gänsekeule zum Synthesizer

Das Schachkid wird wach und wühlt sich gestresst und noch nicht im Turniermodus angekommen. Manchmal dauert das irgendwie ein paar Runden.

Heuer betätigt sich das Schachkid wissenschaftlich und nimmt an einer Studie des mitspielenden Theo Gungl teil. Dieser erforscht gemeinsam mit der TU Dresden, wie Schachspieler unter Stress stehen. Dazu gilt es, den Stresshormonspiegel zu messen. Also wird vor und nach jeder Partie eine Speichelprobe genommen und ein kleiner Fragebogen ausgefüllt. Da ist das Schachkid auf das Ergebnis gespannt.

Heute mal eine Schachspielerin. Das Schachkid glaubt an einen Gewinn, ist innerlich aber noch nicht so recht angekommen. So wird auch gespielt.

10. … Sxe4, wo kam der jetzt her? Das Schachkid schaut überrascht seinem Bauern hinterher. Die Gegnerin verzieht keine Miene. Wie nun weiter? Schwarz hat einen Mehrbauern, aber eine rückständige Entwicklung. Vielleicht sollte man nun auf Angriff spielen. Oder Weiß verfolgt einen etwas sicheren Plan und sollte auf die offene B-Linie spielen in der Hoffung, den Bauern zurück zu gewinnen. Weiß macht weder das eine oder andere, sondern opfert irrsinnig auf e6 und hat danach eigentlich nichts rechtes in der Hand.

Beim Schachkid vibriert es.  Das Schachkid trägt seit neuestem einen Fitnesstracker am Arm spazieren. Dieses Teil misst den Puls, die Schrittzahl und weiß der Geier was alles. Das Teil soll beim Abnehmen helfen und erinnert daran, dass man doch 250 Schritte innerhalb einer Stunde sich bewegen solle. Das Schachkid steht also auf und läuft im Foyer mehrere Runden. Die Stellung wird nicht besser.

Das Schachkid gewinn den Bauern mit 21. Dxg7 zurück. Die Gegnerin denkt angestrengt nach, beim Schachkid vibrierts schon wieder. Also wieder aufstehen und bewegen. Zurück am Brett hat die Gegnerin erfolgreich nachgedacht und hackt kurzerhand auf g2 rein. Den Todesstoß gibt es mit dem schönen letzten Zug von Schwarz.

Das Schachkid gibt auf. Die Gegnerin tröstet und merkt an, das Schachkid solle sich nicht grämen. Sie habe vor zwei Wochen eine 1800 umgehauen. Na toll, das tröstet jetzt auch nicht. Aber gut hat sie gespielt, die Marlies.

So geht es nicht weiter. Erstmal eine Gänsekeule im Hotel futtern, während aus der Decke leichte Synthesizerklänge erklingen. Entspannnungsmusik und Essen kann das Hotel. Danach bewegt sich das Schachkid zur Thaimassage. Kein Termin frei. Also ab zum Teegut. Hier gibt es Wasser aus Norwegen in styischen Flaschen zum aberwitzigen Preis von 2,- € der halbe Liter. Das Schachkid liebt die schönen Dinge und greift probehalber zu.

Zeit, um den mittelalterlichen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Der ist auch nicht mehr das, was er letztes Jahr war. Viel weniger Buden und macht schon morgen zu, statt bis zum 30. offen zu haben. Das Schachkid begibt sich zu dem Stand mit den Nüssen, um die geliebten Lebkuchen und Wasabinüsse zu kaufen. Der Verkäufer sieht das Schachkid herantreten, guckt und beginnt wortlos, Wasabinüsse in eien Tüte zu schaufeln. Offensichtlich ist das Schachkid schon bekannt.

Ab an die Bar. Die macht laut Schild erst um 15.00 Uhr auf. Der Kellner erscheint dann auch pünktlich um 15.15 Uhr. Das Schachkid ist experimentierfreudig und bestellt erneut einen großen Kaffee. Und tatsächlich, es wird einer gebracht, mit allerlei Gedöns drumherum. Für den Kuchen braucht der Kellner geschlagene 25 Minuten. An dem Punkt muss das Hotel echt noch arbeiten.

Auf dem Weg zur Partie fährt das Schachkid Fahrstuhl mit einem Rollifahrer. Dieser erzählt, dass er seit 15 Jahren im Rollstuhl sitzt aufgrund eines unverschuldeten Unfalls. Ein besoffener Autofahrer sei in ihm rein gefahren und habe dafür nur kurz im Gefängnis gesessen. Das Schachkid ist dankbar und regt sich im Grunde genommen nicht ernsthaft über lahme Kellner auf.

Mit Udo Vetter wartet ein alter Bekannter. Der Sömmerdaer spielst seit vielen Jahren das Erfurter Open mit. Und doch sieht man sich das erste Mal am Brett.

Man spielt so vor sich hin. Weiß bietet mehrfach Remis an. Das Schachkid hat keine Lust auf Remis, das Skatturnier geht erst um 21.30 Uhr los, die Happy Hour an der Bar erst um 20.00 Uhr.Das norwegische Wasser schmeckt nicht. Thüringer Waldquell aus des Schachkids Heimatstadt Schmalkalden tut es auch.

Im 20. Zug fällt die Vorentscheidung. Weiß muss die Dame gegen zwei Leichtfiguren geben. Weiß wird nervös und schnupft aufgeregt Schnupftabak. Wieso muss man zum Rauchen vor die Tür und am Schachbrett darf geschnupft werden? Ein weiteres Mysterium auf dieser Welt.

Nun sollte es zügig gewonnen sein. Schwarz spielt daher auch zügig, um sich nach 31. Ld5 verwundert die Augen zu reiben. Da ist die Dame wieder weg. Statt das Schwarz einfach mal mit dem Zurm auf a2 schlägt und den Läufer auf g2 gewinnt, was seit zig Zügen geht.

Das Schachkid hat Glück. Es geht eine kleine Kombi. Das Schachkid verbleibt mit einem Mehrbauern, der Rest ist Technik, wie man so sagt, da Weiß das Endspiel sehr passiv spielt.

Happy Hour, das Schachkid sitzt schon wieder an der Bar. Das Personal hat gewechselt. Nun läuft es rund. Die Cocktails sind zügig da und ziemlich lecker, das Hotel punktet. In der genmütlichen Lobby findet das Skatturnier statt. 2×12 Spiele gib es, jeweils an verschiedenen Tischen. Das Schachkid wird mit 248 Punken an seinen Tisch zweiter. Am Nachbartisch schwebt der Vorjahressieger Mario Geißhirt schon in anderen Regionen. Dies konnte auch der Skatfreund nicht verhindern, der im Strandoutfit mit Sonnenbrille ein Pokerface mimt.

Ein Bier, Pommes und ein neuer Tisch, es läuft nix mehr. Das Schachkid bekommt nur Murks auf die Hand und geht sogar mit einem Minus vom Tisch.  Das er nicht nur Schach spielen kann, bewies der Bundesbernd. Der Bundesnachwuchstrainer gewann das Skatturnier und löste den Beitunger Seriensieger Marco Geißhirt ab. Dieser schwor Rache für das am Donnerstag statt findene Doppelkopfturnier.

26. Erfurter Schachfestival – Prost!

Das Schachkid ist in Erfurt angekommen.Das Schachhotel hat eine Macke. Es wird im nächsten Leben Hoteltester werden. Denn es meckert immer am Hotel rum, obwohl es im Grunde genommen total ok ist. So auch hier. Das Schachkid findet es im Grunde genommen sehr angenehm, meckert aber erstmal wieder rum.

Diesmal ein Zimmer in der 4. Etage. Das Schachkid will höher hinaus, wozu hat das Hotel schließlich 17. Etagen. Der Rezeptionist entgegnet, das Schachkid sei ein treuer Kunde und habe deshalb ein Zimmer einer höheren Kategorie erhalten. Da ist das Schachkid ja mal gespannt. Und in der Tat… Hatte in den einfachen Zimmern Dusche und WC eine gemeinsame Tür eines Bades mit 1,5 m² hat das Bad nun gefühlt 2 m² und für Dusche und WC eine separate Tür. Eine Kofferablage ist nirgends zu sehen. Das Kingsizebett rettet das Zimmer.  Im Grunde genommen, ganz nett… Die Ruhe und die Aussicht auf dem Dom.

Das Schachkid begibt sich in  die Bar, um entspannt zu lesen. Das Hotel und eine nervende Erfurterin wissen das zu verhindern. Das Hotel hat umgeräumt. Die gemütliche Ecke mit den Sesseln an der Bar gibt es nicht mehr. Die steht jetzt fast in der Lobby. Dort hat sich eine feiernde Erfurter Runde breit gemacht. Dort brüllt eine angeheiterte Mitdreißigerin das Foyer zusammen. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn sie nicht extrem sächseln würde und eine derart quitische Stimmlage hätte, dass im Vergleich Verona Feldbusch als Opernsängerin durchgehen würde.

Das Schachkid setzt sich zu einer Omi und bestellt einen Pot Kaffee (=große Tasse) mit Stollen. Die Omi beschwert sich beim Schachkid über die geringe Größe des Apfelkuchens, die dem Preis absolut nicht angemesssen sei. Der Kellner bringt eine kleine Tasse Kaffee. Der Schubi informiert aus der Ferne, dass das Schachkid bereits zum 10. Mal vor Ort sein.

Die Omi geht, eine neue Omi kommt zum Tisch des Schachkids. Das Schachkid hofft, dass sich der Kellner nur verhört hat und bestellt nun explizit eine große Tasse Kaffee. Die Omi ist genervt, verdreht erst die Augen und dann sich zur sächselnden und quitschenden Erfurterin am Tisch 5 m weiter. Der Kellner bringt erneut eine kleine Tasse Kaffee. Das Schachkid fragt nach. Eine große Tasse gäbe es nicht, auch keine Alternative, sagt der Kellner. Das Schachkid ist verwundert. Ein Hotel mit vier Sternen, dass es nicht fertig bringt, eine große Tasse Kaffee zu servieren. Genau die hat das Schachkid die letzten 9 Jahre am gleichen Ort getrunken. Am Nebentisch bestellt jemand ein Kännchen Kaffee.

Die Omi geht, zwei ältere Herren kommen. Diese beschließen, sich vor der Runde vorzubereiten, am besten mit zwei Bier. Das Schachid schließt sich mit einem böhmischen Schwarzbier an. Der Kellner braucht bei drei besetzten Tischen 20 Minuten, das Bier zu bringen. Das Schachkid nutzt die Wartezeit und bestellt ein Probeabo der Men’s Health, der Lifesstyle-Zeitschrift für den Mann von heute.

Die Eröffnung verläuft in gewohnter Weise. Musik von „Herr der Ringe“ oder was ähnlich epochales zum Auftakt. Das Schachkid muss sich dringend nach dem Soundtrack erkundigen. Der Hoteldirektor fasst sich kurz und launig. Der smarte Turnierorganisator Daniel Wanzek haut gleich wieder Preise raus und wirkt auch sonst wie ein Typ, den sich jede Schwiegermutter sofort daheim unters Sofa legen würde oder gleich selber der Schwiegertochter ausspannnen würde. Er stellt sein buntes Schiriteam vor. Michael Nagler aus Sachsen ist da. Den trifft das Schachkid alle zwei Monate auf einem Open. Exilbrandenburger müssen zusammen halten. Der Bundesbernd (aka Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler) ist auch da. Bundesbernd ist ein Spitzname, der dem armen Nachwuchstrainer von U.W. aus B. verpasst wurde. Dieser ist neuerdings Gastwirt und betreibt in den Thüringer Bergen eine Bergbaude, wie das Schachkid aus sicherer Quelle erfuhr.

Raphael Petri ist der Meinung, er habe schon mal gegen das Schachkid gespielt. Er hatte recht, beim Ramada-Cup in Köln-Brühl hatte das das Schachkid 2015 verloren. Seitdem hat sich das Schachkid stark verbessert, Raphael allerdings auch. Diese Partie ist merkwürdig. Weiß eröffnet mit g3, das Schachkid versucht, ins Königsindische zu lenken. Und unterschätzt dann doch den weißen Angriff am Damenflügel. 12. … Sb6 darf angezweifelt werden, 12. … Sc5 wäre es gewesen. Nach 15. … b6 spielen Springer und Turm von Schwarz erstmal nicht mehr mit. Ab dem 26. Zug hat das Schachkid nun Qualität und zwei Bauern mehr. Aber wie würde Niclas Huschenbeth in einen seiner tollen Videos auf Youtube sagen, Weiß hat genug Kompensation. Hier das Läuferpaar und Angriff auf den schwachen weißen König. Das Schachkid hilft mit 27. … Te7 noch tatkräftig mit. Danach kann Schwarz aufgeben.

Jesus to a Child

George Michael ist tot, das findet das Schachkid traurig. Denn es hat die Musik von George Michael sehr gemocht. Wie z.B. mein Lieblingslied „Jesus to a child“.

 

26. Erfurter Schachfestival

Das 26. Erfurter Schachfestival naht – höchste Zeit, diesen Blog wieder mit Leben zu füllen. Das Jahr ist vorbei und war ziemlich stürmisch, mit Höhen und Tiefen. Wobei das Schachkid schachlich mit 1752 DWZ auf einem neuen Allzeithoch ist. Das Training verläuft trotzdem unbefriedigend. Von seinem Ziel, 60 Minuten pro Tag zu trainineren, ist das Schachkid weit entfernt. Es gibt eben doch noch andere Dinge im Leben. Immerhin 2-3 Stunden schafft das Schachkid pro Woche, das allerdings trainerlos. Beide vermisst das Schachkid sehr, aber aus unterschiedlichen Gründen ist eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Interessierte Trainer mögen sich daher gerne melden. Das Eröffnungsrepertoire bleibt eine Baustelle.

Durch widrige Umstände hat das Schachkid den USV Potsdam verlassen. Interessierten Potsdamern kann das Schachkid den Verein empfehlen, nette Leute da. Nur das Vereinsleben könnte mehr Schwung vertragen. Potsdam ist als Stadt auch zu empfehlen, zum Leben und Anschauen. Aber das ist ein anderes Thema.

Mittlerweile hat das Schachkid beim Berliner Verein  Queer-Springer SSV eine neue Heimat gefunden.  Ein aktives Vereinsleben gibt es da, Weihnachtsfeier mit Feuerzangenbowle inclusive. Das Schachkid hat es auch schon geschafft, sich der Vereinsvorsitzenden vor die Füße zu werfen, wenn auch unfreiwillig. Das Schachkid ist gestolpert.

Nun steht das 26. Erfurter Schachfestival  an. Dieses Mal das erste Mal seit Jahren ohne Schubi, der die Zeit nutzt, die Familie zu besuchen. Richtig so, Schach ist nicht alles.

Das Schachkid freut sich auf erholsame Tage und wird die Zeit nutzen, um Pläne für das neue Jahr zu schmieden nach dem doch sehr intensiven 2016, das viele Veränderungen mit sich brachte. Vieles gilt es, neu zu bewerten. Da ist das Open doch mehr Zertreuung nebenbei…

Das Schachkid möchte noch auf das Internationale Spandauer Weihnachtsopen hinweisen.  Hier spielen neben vielen Potsdamern auch der gewaltige Briesener Dave Möwisch mit, der seinereit unterhaltsames auf den Seiten des SV Briesen schreiben wird.