Archiv für Januar 2016

Teilnehmerschwund beim Gubener Neujahrsturnier

Der Turnieralltag pegelt sich langsam ein. Vom Schnarchen im Nachbarzimmer aufwachen. Dann auf den Gegner vorbereiten. Frühstücken und 1. Runde spielen. Danach ärgern oder freuen, je nach Partieausgang. Zeit mit Mittag essen und anaylsieren und quatschen rum kriegen. Zweite Partie spielen, Abendbrot essen, Skat spielen und Cocktail trinken, aus Ärger oder Freude, je nach Partieausgang. So müssen wohl auch die Weltmeisterschaften, die in vergangenen  Jahrhunderten statt fanden, abgelaufen sein.

Das Teilnehmerfeld schwindet derweil. Ein sehr geschätzter Schachfreund musste aufgrund gesundheitlicher Probleme aussteigen. Das Schachkid wünscht an dieser Stelle gute Besserung und hofft, dass der betroffene Schachfreund noch oft die Figuren ziehen wird.

Einige Teilneher reisten schon ab. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Vielleicht hat mancher unterschätzt, wie anstrengend ein 9-rundiges Turnier ist. Es läuft vielleicht nicht so. Termine drücken. Die Gesundheit streikt. Bei Schach ist es offensichtlich so wie bei jeden Sport.

Die talentierten kleinen Polen scheinen sich stellenweise als Mix aus Tipps gebenden Vati und Nutzung eines Handys heraus zu stellen. Einer der Jungs wurde erwischt und disqualifiziert.

Bei den Briesern und Fürstenwaldern läuft es unterschiedlich. Dave liegt etwas überraschend mit starken 4.5 Punkten vorne, gefolgt von Olaf mit 4 Punkten. Die Briesener Vereinschefin punktet, wirkt aber leicht unzufrieden. Die Jugend nimmt sich vor,  die Stellungen auszuspielen und nicht mehr so oft Remis zu machen. Moritz kämpft mit unübersichtlichen Stellungen und ist hoch motiviert. Bei Tom klappt die ersten vier Runden gar nix. Dann ist er aufgewärmt und holt aus den nächsten 4 Runden stolze 3,5 aus 4.

Das Schachkid bekommt es in der 7. Runde mit seinem Vereinskameraden Dave zu tun. Die Partie ist ganz typisch für das Schachkid. Der Gegner wird völlig überspielt und kann nix machen. Es gelingt dem Schachkid nicht, den Vorteil zu halten und zu verwerten. Sondern es folgen eine Reihe von passiven und unsauberen Zügen, die den Vorteil Stück für Stück abgeben.

Ganz ähnlich wird die Nachmittagspartie gegen einen Einheimischen Gubener. Weiß opfert in die schwarze Stellung.Das Schachkid verteidigt zäh und kann den Vorteil nicht halten. Der Gubener bekommt gar einen starken Freibauern, das Schachkid muss eine Figur zurück geben. Nur durch Glück, der Gubener stellt einen Turm ein, gewinnt das Schachkid. Der Turmeinsteller ist absolut nachvollziehbar. 4,5 Stunden Spiel fordern ihren Tribut, es ist fast 21.00 Uhr. Die Zeitnot naht. Ärgerlich, denn der nette Gubener hat gut gespielt und etwas unverdient verloren.

Partien folgen…

In der 9. Runde wartet mit Henryk Kowalski ein mehr als starker Gegner auf das Schachkid. Dem Schachkid ist nach einem schnellen Remis. Aber es wird sich an die Anweisung des Trainers gehalten – keine Kurzremis in der letzten Runde, sondern auskämpfen…

Starkes Schach beim Gubener Neujahrsturnier

Das Schachkid ist früh wach. Im Nebenzimmer schnarcht es.

Das Gubener Neujahrsopen geht in die nächsten Runden. Olaf und Dave spielen Englisch, Symetrievariante, sieht remisig aus. Weiter geht es in der 6. Runde mit den vereinsinternen Duellen. Daniela Heinrich gegen Leane Odoy. Das ist eine Fürstenwalderin. Aber die Fürstenwalder gehören faktisch zu Briesen. Und Schachkid gegen Dave. Also Englisch wird es nicht.

Das Gubener Neujahrsopen ist stark besetzt. Neben einigen Titelträgern fällt vor allem der starke Nachwuchs auf. Dresden läuft mit einer starken Truppe auf. Aufbau Magdeburg hat etliche Jungs zwischen 12 und 15 im Gepäck, die alle zwischen 1800 und 2000 DWZ haben. Vier dieser Minimonster spielen im Spielsaal des Schachkids. Und alle gwinnen… Da läuft es mit dem Nachwuchs.

Auch die polnischen Kids lassen es laufen. Ein kleiner 9-jähriger mit langen blonden Haaren will nicht nur von den anwesenden Damen adoptiert werden, sondern sieht schon reichlich abgeklärt aus und legt mit seiner 1000 gelich mal zwei 1700er in den ersten beiden Runden um.

Überhaupt ist das Open international besetzt. Eine griechische WIM spielt mit. Viele Polen und Tschechen, Unter anderen spielt eine tschechische WIM mit, deren kleine Tochter für Österreich startet. Überhaupt ist der Damenanteil nicht nur auf dem Schachbrett erfreulich hoch.

Nach so einem harten Tag hat man sich wirklich den Besuch des Wellnessbereiches mit anschließenden Besuch der  bar verdient.

Partien folgen…

Beobachtungen beim Gubener Neujahrsturnier

Schachspieler sind kuriose Gestalten. Zwei weibliche Teenies laufen im ganzen Hotel nur in Socken rum, diese aber verschiedenen und im Partnerlook. Das Schachkid vermutet, dass das so ein Mädchendingensfreundschaftsbums ist.

Im Spielsaal regt sich am Nebenbrett ein Spieler auf. Bei seiner analogen Uhr fehlt der Nippel am Drücker. Das geht nicht, ein ernstes Hindernis, was dringend beseitigt werden muss. Die Uhr wird ausgetauscht. Der Vertreter des Veranstalters hat dabei ein Fragezeichen im Gesicht.

Gezeter an einem hinteren Brett. Es wird nach einem Schiri gebrüllt. 10-jähriger Pole gegen Senior. Der Junge zieht einen Bauern von b7 nach b8 und will eine Dame. Auf c8 steht ein Läufer, der durch einen Turm gedeckt ist. Der Senior ist empört. Dass der Bauer b7 nicht auf c8 schlägt und durch den Turm geschlagen werden kann. Der Schiri erklärt geduldig, dass Bauern durchaus auch gerade aus ziehen können.

Draußen ist Winter  ausgebrochen. Das Schachkid bleibt im Hotel. Das Schachkid läuft sich einen Wolf, wenn auch keinen Moritz (Wortspiel für einen bestimmten Leser und IT-Gott). Das Zimmer ist am äußersten Ende des Hotels, alles andere am anderen Ende des Hotels. Alles verbunden durch einen schlecht isolierten Glasgang, in dem arktische Kälte herrscht.

4. Runde – neben dem Spielsaal steigt eine Party. „Santa-Maria“ von Roland Kaiser ertönt.

Das Schachkid hat noch nie so beschwingt die Figuren gezogen.

Ein russischer GM, der in der 1. Runde aus Versehen ein Remis eingeschoben hat, wütet unter den Briesenern. Erst muss Olaf dran glauben, in der nächsten Runde dann Daniela. Nach 14 Zügen ist man fertig und analysiert. Bei welchen Open analysiert man schon mal mit einem GM…

Der GM ist nun außer Reichweite. Deshalb müssen sich die Briesener nun gegenseitig kanibalisieren. Olaf und Dave trifft  es in der 5. Runde. Das Schachkid sitzt am Nebenbrett und wird genau hinschauen.

Partien folgen…

Verloren in Guben

Das Schachkid ist vom Hotel genervt. Eigentlich ist es ganz hübsch. Aber der Service… Das Bett ist zu kurz. Das Schachkid kann sich nicht lang ausstrecken. Beeindruckende 2m Körpergröße brauchen eben Platz.

Die Bedienungen als rustikal zu bezeichnen, wäre charmant. Da bekommt ein Gast, der zaghaft die Kellnerin anspricht, schonmal gesagt: „Quatsch mich nicht von der Seite an.“ Das Schachkid bestellt einen Cocktail, was die Bedienung mit „Oh Gott, Oh Gott“ quitiert. Andererseits wirkt diese Rusikalität schon wieder authentisch. Gestandene Frauen mit Lebenserfahrung wie in diese karge Lanfschaft gepflanzt. Etwas ganz anderes als diese jungen Dinger in den großen anonymen Hotelketten.

Eine Kellnerin behauptet, es gäbe kein Tagesangebot. Die nächste offeriert ein Tagesangebot.

Beim Frühstück gibt es Kaffee auf Zuruf. Statt eines Automaten oder einer Kanne, die auf den Tisch gestellt wird, klappert die Bedienung alle 10 Minuten alle Tische ab und schenkt auf Zuruf Kaffee aus. Außerdem vermisst das Schachkid seinen geliebten Obstsalat und ein angerichtetes Müsli.

Das WLAN ist vorhanden, funktioniert aber nicht. Am Empfang kann man nicht mal eine Tageszeitung kaufen. Essen im Restaurant kann man nicht auf das Zimmer buchen. Das Schachkid muss also los, Geld besorgen und eine Zeitung kaufen.

Guben gibt nicht viel her. Das Schachkid fährt in drei Richtungen. Entweder gibt es keine schöne Innenstadt, oder das Schachkid hat diese einfach nicht gefunden, Offensichtlich gibt es aber einen Aldi, der mehrfach lobend von Vereinskameraden erwähnt wird, den das Schachkid aber auch nicht findet. Immerhin ein Möbelhaus ist da. Das Schachkid schaut sich nach einer neuen Flurgaderobe um. Sonst überall Tristess…

Partien folgen…

Neujahrsopen in Guben

Das alte Jahr endete mit dem 24. Erfurter Schachfestival. 2016 beginnt mit dem Neujahrsopen in Guben. Das  Schachkid fragt sich an diser Stelle schon, ob es nicht völlig bekloppt ist, gleich zwei Turniere nacheinander zu spielen. Man hätte ja das Wochenende auch noch relaxen können, aber nein… Daneben steht ein Umzug an, den es eigentlich zu organisieren gilt.

Kurz, das Schachkid hat keine List auf Schach spielen. Auch wenn mit den Briesenern und Fürstenwaldern eine nette Truppe da ist. Keine gute Vorraussetzung für ein gutes Open.

Das Schachkid fährt in Thrüingen los und ist schon überrascht, dass es nach Guben viel weiter ist als nach Fürstenwalde. Das muss der tiefe Osten sein. Es ist dunkel und neblig. 40 km Landstaße und es geht nicht durch ein einziges Dorf. Wenn jetzt das Auto eine Panne hat… Es ist ein bißchen wie im Mittelalter oder bei Harry Potter.  Die Landschaft, unter dem wabernden Nebel begraben, wirkt surreal.

Vor dem Hotel steht FM Schulze – überraschte Blicke. Aha, noch ein Wahnsinniger, der in Erfurt und Guben mitspielt. Das Hotel wirkt von außen recht überraschend mit seiner Wuchtigkeit in dieser düsteren Landschaft. Von außen sieht man gleich, es müssen Schachspieler da sein. Im Restaurant stehen auf den Tischen Laptops mit Schachsoftware. In der Lobby sitzen Schachspieler mit Laptops rum.

Das Zimmer wirkt wie eine Studentenbude, das Bett ist zu kurz, vom WLAN kommt nix im Zimmer an. Die Begrüßung an der Rezeption ist strange:

Wie heißen Sie?

Kellner.

Waaaaaaaaaaaaaas?

Ich heiße Kellner.

Jaaaaaaaaaaaa, so einen bräuchten wir jetzt hier. Hamse reserviert?

Ja, ich habe ein Zimmer reserviert.

Was denn für eins? Einzelzimmer? Doppelzimmer zur Einzelnutzung?

Woher soll ich das wissen?

Ahhhh, hier hamerse ja. Solls noch was zu essen sein?

Was gibt es denn?

Wieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee, was gibt es denn? Was soll es geben? Essen a la Carte. Kommse mit.

Die Thekenkraft wetzt davon. Das Schachkid kommt gar nicht nach und muss erstmal seinen Koffer raffen.

Koooooooooooomse jetzt? – ruft es?

Merkwürdige Gegend hier.