Archiv für Oktober 2015

Müde in Falkensee

Das Schachkid hat nach diesen Tag beschlossen, künftig vor jedem Schachopen freizumachen. Sonst schläft das Schachkid am Brett, erschöpft vom Arbeitstag, ein.

Das Schachkid will pünktlich um 14.00 Uhr Feierabend machen. Da ruft Abteilungsleiter  X an und will noch schnell ein Computerproblem gelöst haben. Gesagt getan – das Schachkid geht zurück in sein Büro und trifft auf dem Weg dahin einen anderen Abteilungsleiter. Man spricht Termine der nächsten Woche durch. Ein Geschäftsführer kommt den Flur entlang, stellt sich dazu, schaut freudig in die Runde und will vom Schachkid noch Unterlagen haben. Schon ist es 15.00 Uhr.

Das Schachkid eilt ins Autohaus, das Auto ist zur Inspektion. Wieder 340,- € los. Das Schachkid denkt laut über ein neues Auto nach, was der anwesende Verkäufer freudig zur Kenntnis nimmt.

Das Schachkid fährt nach Hause und packt seine Koffer. Nun ist es schon 15.45 Uhr. Vielleicht solte das Schachkid den Koffer am Vortag packen, Auf nach Berlin-Spandau, wo das Schachkid eine Ferienwohnung angemietet hat. Einen Tag voher. Langfristige Planung ist des Schachkids Sache nicht. Man hätte ja auch eine Pension in Falkensee nehmen können. Nun ist alles voll.

Die Ferienwohnung ist eine ausgebaute Garage.  Eigentlich hübsch, nur mit einer 2,10 m hohen Decke. Das Schachkid ist 2 m groß. Der Vermieter meint, sinngemäß, ein Gast sei eigentlich ganz schlecht. Man wolle am nächsten Tag nach Polen. Das Frühstück stelle man vor die Tür. Das Schachkid kam, sah und stornierte. Abends um 22.00 Uhr quartiert sich das Schachkid in ein Hotel ein, mit 18 Etagen. Ausgerechnet in der 13. Etage kommt das Schachkid unter.

Arbeit und Anreisestress wirken sich nicht gerade auf die geistige Fitness aus. Das muss das Schachkid künftig anders lösen.

In Falkensee sind viele Bekannte. Man kennt und begrüßt sich. Das ist das eigentlich schöne, was den Schachsport ausmacht. Man trifft viele Bekannte, mit denen man Spaß hat.

Dafür läuft die Partie gegen den starken Jan Azur am dritten Brett gut. Keiner weiß, wie man die Digitaluhr stellt. Man begnügt sich mit einer rustikalen Holzuhr. Jah wählt die Rossolino-Variante im Sizilianer. Die kennt das Schachkid nicht, aber es geht alsbald in ruhige Fahrwasser über. 16. Db6 scheint ein Fehler zu sein. Denn mit dem nun mögliche  Abtausch der Leichtfiguren verpasst Jan dem Schachkid einen Einzelbauern auf d6. Dieser wird nun von Weiß belagert. Zwar kann ihn Weiß zäh verteidigen. Doch ist es eine sehr passive Verteidigung.

Das Schachkid möchte gerne aktiv spielen und zieht 27. f5, was Weiß erlaubt, die Bauernstruktur am Königsflügel zu zerstören. Die Partie ist weg. Das Schachkid gibt total müde auf, auch wenn man vielleicht noch hätte weiter spielen können.

Fazit des Tages: Vor einem Schachopen sollte man für Ruhe und Erholung sorgen.

 

Schachopen in Falkensee – Motivation?

Das Schachkid plant, am Wochenende das Schachopen in Falkensee mitzuspielen, ist aber reichlich unmotiviert. An Falkensee hat das Schachkid viele gute Erinnerungen, leider auch ein paar schmerzhafte. Nette Leute spielen hier mit, die Atmosphäre ist  ausgesprochen herzlich.

Heuer ist ist die Startliste gut gefüllt. Fast 100 Spieler kommen. Das Schachkid ist genau mittig gesetzt, Entweder wird es ein ganz starker Gegner oder eben auch ein ganz schwacher in der 1. Runde.

Das Schachkid hat keine Lust, jeden Tag zu fahren. Von Fürstenwalde ist es einfach zu weit. Und die Schlüsselübergabe zur neuen Bleibe ist erst in drei Wochen. Also muss eine Ferienwohnung her, die sich das Schachkid über eine Zimmervermittlung besorgt hat. Das Schachkid ist aber schwer am Überlegen, die gleich wieder zu stornieren. Blöd, wenn man eine Unterkunft vorher nicht sieht.

Also Business as Usual… Das Schachkid hat keinen Plan, wie das Wochenende verlaufen wird. Entweder wird es chaotisch, eine Katastrophe oder ganz toll. Ein Briesener spielt mit, zwei USVler spielen auch noch mit. Von denen macht jeder seins. Das regt das Schachkid auf.

Vereinsabend mit Hindernissen

Das Schachkid ist in Potsdam unterwegs, um den Vereinsabend zu besuchen. Soweit der Plan… Das Schachkid fährt erstmal durch Potsdam und verfährt sich und kommt 20 Minuten zu spät. Am Spiellokal angekommen stiefelt das Schachkid durch die Fachhochschule Potsdam zum Traininsraum. Die robust gebaute Pförtnerin ist anwesend und fragt resolut: „Wo wollen Sie denn hin?“ „Zum Schachtraining“ antwortet das Schachkid schüchtern.

Wieso, es sei doch keiner da. Und der Schachschrank sei auch zu, argumentiert die Pförtnerin. Das Schachkid erlaubt sich einen Hinweis auf das brennende Licht im Trainingsraum. Fragend schaut man in den Trainingsraum. Drei Jugendliche schauen fragend zurück. Offensichtlich darauf wartend, das was passiert.

Die Pförtnerin stapft davon. Das Schachkid befragt die Jugend, warum kein Spielmaterial da sei. Das steht im Schrank, der sei zu. Wo man den Schlüssel findet, weiß keiner. Ein Verein mit 60 Mitgliedern und das Schachkid ist der einzige anwesende Erwachsene. Mhhh…

Das Schachkid telefoniert die ihm bekannten Vereinskameraden an. Wozu haben die Leute eigentich ein Handy, wenn keiner rangeht? Endlich, der Vereinschef ruft zurück. Den Schrankschlüssel habe die Pförtnerin. Die gleiche Pförtnerin, die anmerkte, das der Schachschrank zu sei!

Das Schachkid parkt die Jugendlichen und eilt zur Pforte. Keiner da, die Pförtnerin macht ihren Rundgang und ist telefonisch nicht erreichbar. 10 Minuten später, sie ist da. Das Schachkid bekommt den Schrankschlüssel nicht, das Schachkid ist der Pförtnerin unbekannt. Nachvollziehbar, aber nervig.

Caissa hat ein Einsehen. Ein Vereinskamerad erscheint in der Tür. Der ist bekannt. Sesam öffne Dich – mit einer Stunde Verspätung ist nun Spielmaterial verfügbar.  Auf Training hat man keine Lust mehr. Man spielt Tandem. Dafür hat sich die Warterei allerdings gelohnt.

Nun bloggt der Trainer…

Des Schachkids Trainer weilt mit seinen Schützlingen bei der Jugend-WM in Griechenland. Das Schachkid kann da nicht mit, da es a) kein Deutscher Meister ist und b) entschieden zu alt für eine Jugendmeisterschaft ist. Der Trainer bloggt unter der Adresse https://luiswirdweltmeister.wordpress.com/

Trainingstagebuch und andere Tricks

Der Trainer äußerte zuletzt, das Schachkid müsse mehr machen, neben der 1,5 Stunden wöchentlichen Trainingssitzung. Vor allem Eröffnungen müsse sich das Schachkid anschauen.  Was denn das Schachkid nebenher so mache…

Das wusste das Schachkid auch nicht im Detail zu sagen. Daher führt es nun auf Anregung des Trainers ein Trainingstagebuch. Das Schachkid schreibt sich auf, was es wann wie lange bzgl. Schach gemacht hat. Und tatsächlich,  es motiviert. Zum einen erfüllt es einen mit Stolz, wenn man nachliest, was man die letzte Woche so traininert hat. Auf der anderen Seite pocht das schlechte Gewissen, wenn man mal zwei Tage nichts gemacht hat.

Training sei überall möglich, meint der Traniner, auch im Bad. So hat das Schachkid statt der Computerzeitung nun Taktikaufgaben neben der Kloschüssel liegen, um selbige bei passender Gelegenheit zu lösen.

Das Schachkid wird in loser Folge weitere Tricks veröffentlichen.

Schnellschach neben der Buga in Rathenow

Am 26.9. machte sich das Schachkid auf nach Rathenow, zum Schnellschachturnier an der Buga. Es heißt so, weil es am Schwedendamm im Havelrestaurant neben der Buga statt findet. Offensichtlich handelt es sich um historisches Gelände.

Die Buga macht das Parken nicht einfach. Das Schachkid ist erst spät dran. Wer hätte gedacht, dass Rathenow soweit im Osten von Brandenburg liegt, weit jenseits von jeder Autobahn. Zur Wahl stand auch eine Fahrt nach Eberswalde. Hier fand angesichts der Flüchtlingswelle ein integratives Schachturnier statt.

Das Schachkid ist mal wieder zu spät losgefahren, dann  mit 170 über die Autobahn gebraust, um dann vor dem Spiellokal in zweiter Reihe zu parken. Zur Eröffnungsrede kam das Schachkid gerade recht. Erste Runde ausgelassen, Auto bei Obi parken, eine Toilette suchen, um dann Kaffee und Bockwurst zu suchen, ist einfach mal wichtiger.

32 Schachspieler haben sich eingefunden. Keine Berliner und Potsdamer zu sehen, Rathenow ist offensichtlich zu weit draußen. Der Altersdurchschnitt muss um die 50 liegen. Das Schachkid sieht jede Menge graues Haar, drei Kinder und immerhin zwei Frauen. Schach – ein aussterbender Sport.

Die Güssows sind da, und der Falkenseer, auf dessen Namen das Schachkid gerade nicht kommt. Ah, Mario Oberling ist es. Auf einem Turnier findet man immer bekannte Spieler. Das Schachkid nutzt die Gelegenheit und meldet sich beim Open in Falkensee an.

Das Schachkid hat in den letzten Wochen das Training auf Eröffnungen verlagert. Heuer hat das Schachkid einen Block mit, um die ersten 10 Züge mitzuschreiben und später mit der Eröffnungsdatenbank zu vergleichen. Der Trainer meint, das sei ein guter Weg für das Eröffnungstraining.

Zweite Runde geht es gegen einen Jugendlichen. Das Schachkid spielt was Sizilianisches  und schreibt auch mit. Ob sich da was in der Datenbank findet. Sieht komisch aus. Der Nachwuchs übersieht ein drohendes Grundreihenmatt und muss die Dame ziehen. Das Schachkid tut sich schwer, mit Dame und König matt zu setzen. Der Punkt war schwer erarbeitet.

Zwei Spieler heißen Klaus Müller und spielen auch gleich gegeneinander. Klaus Müller hat die Partie gewonnen.

Pausengespräch. Man steht gemeinsam an der Theke und bewundert gemeinsam ein Kochbuch aus der Kyffhäuser Gegend. Was man aus einem Minigebirge alles machen kann, meint der Brandenburger Flachlandtiroler. Hammelbraten zum Beispiel laut Kochbuch. Gabs zu DDR Zeiten oft, meint der Brandenburger. Gut, dass die sozialistischen kulinarischen Schreckenszeiten vorbei sind, meint das Schachkid. 

Dritte Runde, wieso hat das Schachkid schon wieder schwarz? Es wird wieder sizilianisch. Und taktisch. Fünf Minuten vor Blättchenfall bekommt man es beiderseits mit der Angst zu tun und einigt sich vorsichtshalber auf Remis.

Zeit für Mittag essen in der Sonne mit Blick auf die Havel. Es gibt schlimmeres am Samstag Mittag.

Wie soll das Schachkid seine Eröffnungen üben, wenn in der vierten Runde der Senior schon im 9. Zug abweicht? Bis dahin spielt das Schachkid korrekt, übersieht aber leider nach Dg5 das sich anschließende Lh6. Hat das Schachkid wenigstens Zeit, einen Kaffee in der Sonne zu trinken den Kumpel mit Textnachrichten zu ärgern.

Königsindisch ist das in der 5. Runde nicht. Was wird der Trainer nur wieder dazu sagen. Gott sei Dank schreibt das Schachkid nur die ersten 10 Züge mit. Gegen den Rathenower muss das Schachkid schon einen Bauern opfern, um seinen Springer zu retten. Dieser nimmt den Bauern mit, lässt aber zwei Züge später die Qualität stehen. Punkt für das Schachkid und Zeit, um in der Sonne zu sitzen.

Ob das Schachkid Wert auf seine Urkunde lege, fragt der sich nährende Turnierorganisator. Man habe in der Ausschreibung stehen, dass jeder eine Urkunde erhalte. Nun habe man zu wenig. Nein, das Schachkid legt keinen Wert auf die Urkunde und erinnert sich an die Teilnehmerurkunden in der Grundschule, wo das Schachkid grundsätzlich den letzten Platz belegt hat.

Was ist jetzt mit der 6. und 7. Runde? Das Schachkid hat vergessen mitzuschreiben und erinnert sich einfach nicht. Kein Wunder, das Schachkid saß wie auf Kohlen, weil es zu spät kam und sich außerdem noch mit Freunden in Berin treffen wollte, um zu einem Konzert zu gehen. Vielleicht sollte man dann wirklich ein Schachturnier auslassen, wenn man sich nicht voll und ganz darauf einlassen kann, weil eben noch andere Dinge anstehen.
Immerhin, mit 4 aus 6 Punkten lief es gut. Rathenow ist eine Reise wert.

Wo nur ist das Spiellokal…

Die Saison geht los, das Schachkid startet für seinen neuen Verein USV Potsdam, für USV III, um genau zu sein. Kaum wechselt das Schachkid den Verein, findet es sich in der Landesklasse wieder. Da sizt am 8. Brett beim Gegner mal eben eine 1800 DWZ.

Ein Auswärtsspiel gegen SV Marzahna. Ein weiter Weg für das Schachkid, da seine Wohnung in Potsdam noch gebaut wird. Also frühs um 8.00 Uhr losgefahren, das Schachkid hat vorher die Route erkundet. Sieht auch alles gut aus, von der Autobahn kommend. Die Abfahrt nach Treuenbriezen, Marzahna ist ein Ortsteil, wird vom Schachkid großzügig ignoiert. Google wird schon wissen, wohin es das Schachkid lotst.

Zur nächsten Abfahrt. Wo es erstmal nach der Autobahn nicht weiter geht. Baustelle und Umleitung. Oh, das könnte nun doch aber ein wenig knapp werden. Google berechnet die Route neu. Das Schachkid kommt Richtung Treuenbriezen durch Marzahna durch. Nein, der Schachverein heißt zwar SV Marzahna, kann hier aber unmöglich spielen. Google zeigt schließlich an, es seien noch 10 km.

Gut, fährt das Schachkid mal von der Hauptstraße runter auf diese Nebenstraße. Im Dorf da vone geht es rechts ab. Brandenburg kann schon einsam sein. Aber das Gehöft sieht komisch. Das Ziel Schulgasse sei erreicht, tönt das Smartphone.

SCHULWEG, Du doofe App, SCHULWEG. Da hat die Spracherkennung beim Start wohl was falsch verstanden. 5 vor 10. Gleich geht die Runde los. Das Schachkid tippt hektisch Schulweg ins Handy ein. Kein Netz, wieso gibt es hier kein Netz? Wieso ist das Schachkid nur von der Telekom zu Vodafone gewechselt? Die Telekom hat Netz in Brandenburg. Kein Netz, kein Google, keine Navigation.

Kein Problem, das Schachkid arbeitet als Krisenmanager und hat daher immer einen Plan B. Hier eine offline-Navigations-App. Die sich just am Vortag aktualisiert hat und noch keine Karten heruntergeladen hat. Wie auch, Vodafone hat ja kein Netz in Brandenburg.

Plan C, das Schachkid fährt vom Feld zur Hauptstraße nach Treuenbritzen in der Hoffnung auf ein funktionierendes Handynetz. Immerhin ist Treuenbritzen die größte Stadt in der Gegend. Aber das mistige Vodafone hat nur Edge.

Plan D muss her. Das Schachkid ruft einen Kumpel an, der schnelles DSL hat. Hektisch wird telefoniert, wo muss das Schachkid nur hin? Der Kumpel gibt das Navi und leitet das Schachkid via Handy durch die Weiten Brandenburgs. Wenigstens Sprachtelefonie klappt. Ahh, Marzahna, hier war das Schachkid schon mal. Es ist 10.30 Uhr, eine Stunde Karrenzzeit, das Schachkid entspant sich.

Prima, die alte Schule im Schulweg ist gefunden, quasi mitten auf einem Feld. Hier ging es wohl mal idyllisch zu. 10.33 Uhr – das Schachkid sitzt am Brett und erfährt, dass Brandenburg im Gegensatz zu anderen Bundesländern natürlich nur 30 Minuten Karrenzzeit hat. Wieder so eine sinnlose Sonderregelung. Die Partie ist verloren. 300 km für nix gefahren, ein ganz bitterer Einstieg. Immerhin gewinnt die Mannschaft gegen den starken SV Marzahna 4:4.

USV III ist die Seniorenmannschaft. Nette Leute, vor allem viele Damen, was an sich schon selten ist, im dem Alter sowieso. Das Schachkid sinniert trotzdem, ob der USV der richtige Verein ist. In einer Seniorenmanschaft will das Schachkid nicht spielen. Eine gut durchmischte Mannschaft wäre gut. Na mal gucken…