19. Briesener Open – Blitz und Donner

Am Samstag Morgen nach dem enttäuschenden Frühstücksbuffet geht in Fürstenwalde erstmal nix. Lauter ausländische LKW sind unterwegs. Als erfahrener Fürstenwalder weiß das Schachkid, da muss was auf der Autobahn passiert sein. Ist es auch, ein Gefahrguttransporter ist umgekippt. Das Schachkid beglückwünscht sich zur Entscheidung, vor Ort zu schlafen. Auf dieser bekloppten A12 ist ja immer was.

Seit 12 Jahren fährt das Schachkid beruflich und privat zwischen Potsdam und Fürstenwalde hin und her, Und jedes Jahr wird auf dieser bekloppen Autobahn gebaut, In den letzten Jahren hat mman auf zig Kilometern den Standstreifen erneuert. Um jetzt auf die glorreiche Idee zu kommen, man könne da doch dreispurig ausbauen. Was die Benvölkerung übrigens seit zig Jahren fordert, Wie gut, dass man den teuer erbauten Standstreifen dabei platt machen kann…

Arno Behtke aus Neubrandenburg ist er Gegner der 2. Runde. Man hat schon dreimal die Klingen gekreuzt, dreimal wars remis. Das Schachkid bereitet sich ausnahmsweise mal vor und schaut sich die Tarrasch-Variante in der französischen Verteidigung an. Leider weicht Schwarz im 5. Zug ab, wieder umsonst vorbereitet.

Das Schachkid schreibt diesen Text und wird von einem Unbekannten angequatscht, dass man morgen zwei Züge nacheinander machen wolle, ohne dass dies der Gegner merke. Ob dies erlaubt sei… Sowas kann das Schachkid ja gar nicht leiden, blöd von der Seite angequatscht zu werden.

Der Neubrandenburger lässt ein paar Bauern stehen, das Schachkid stellt diese fasst wieder ein. Schwarz greift aber nicht zu, im 25 Zug zum Beispiel. Da haben beide Seiten nicht so optimal gespielt.

Das Blitzturnier droht ein Desaster zu werden. Nur sechs Mann haben sich angemeldet. Im Vorjahr waren es fast 20 Mann. Das Schachkid ist extra losgefahren und hat schöne Preise gekauft jetzt bangt es um die Teilnehmer, zu wenige und zu viele Preise.

Nicht mal auf der Toilette hat man seine Ruhe, wenn man eine Sitzung machen will. Zuerst kommt ein Kind und rüttelt an jeder Tür, wird aber vom Vater zurückgepfiffen. Offensichtlich ist jede Box besetzt.

5 Minuten später. Das Schachkid stellt gerade fest, dass auf dem Klo kein Handyempfang besteht. Wie auf der Toilette auf Arbeit, nirgendwo kann man in Ruhe Spiegel Online lesen. Das Kind kommt zurück und findet eine freie Box. Kurz danach panisches Rufen nach dem Papa. Der Kuli sei ins Klo gefallen. Muss ein Edelkuli gewesen sein. Der Papa merkt an, ein Kuli gehöre nicht in die Gesäßtasche und wirkt auch sonst verstört ob dieser schockierenden Nachricht.  Das Schachkid hört es zwar planschen, kann aber nicht beurteilen, ob der Kuli aus der Kloschüssel gerettet wurde.

Immerhin reicht es mit 1,5 Punkte für Brett 3, wo schon ein Kind und angehender Jugendlicher namens Niclas Sperling wartet. Bei Kindern weiß man ja immer nicht, ob die wirklich wie ihre Zahl oder doch wesentlich besser spielen. Das Nachwuchsfedervieh spielt mit und ein klassischer Najdorf kommt aufs Brett.

17. Sg5 von Weiß kann nicht gut sein, nun kommt Schwarz zum Angriff. Versäumt es aber dabei leider, gute Züge zu machen. 19. …Td8 bietet sich zum Beispiel an, um durch die Fesselung den Läufer zu gewinnen. 20. … e4 sieht noch besser aus. Oder 22. … Db6 . Das Schachkid findet aber zielrichtig die richtigen Züge, sodass der Knabe auf der anderen Tischseite zielstrebig in ein Dauerschach bzw. Stellungswiederholung einleitet, was er clever erkannt hat.

Nach 3 Runden stehen 2 Remis und ein Sieg gegen jeweils schwächere Gegner zu Buche. (Der Kerl am Tisch mit der dummen Frage klopft gerade immer noch dumme Sprüche).  Kein Traumergebnis, aber auch keine totale Pleite. Während einer Partie in Ruhe bei jeden Zug nachzudenken, bleibt ein Problem. Mehr Taktiktrainng ist nötig!

Zum Blitz haben sich nun doch 11 Teilnehmer erbarmt, und dass gar nicht mal so wenig. Das Schachkid würde ja eine Tabelle veröffentichen, wenn diese nicht auf einen anderen PC wäre. Der Berliner Nachwuchs Jonas Kreutz gewinnt relativ klar das Blitzturnier mit 7,5 Punkten aus 11. Wobei das Schachkid für sich in Angriff nehmen kann, gegen den Turniersieger gewonnen zu haben. Wenn auch nur, weil Jonas ein Schach seines Königs übersieht.

Gegen Rollmops wird zum ersten Mal der Blumfeld-Angriff im Schotten ausprobiert, den sich das Schachkid angeguckt hat. Tatsächlich entwickelt sich eine turbulente Partie, die der Rollmops gewinnt.  Aber das ist ausbaufähig.

Das Schachkid landet auf Platz 8 und muss den Bierbrauer Carl Jacob durch die Halle jagen, weil dieser den Eierlikör gemopst hat. Diesen liebt das Schachkid, also den Eierlikör und nicht den Carl, und will ihn wieder haben. Anwesende Hipster sind ratlos und verstehen nicht, wie man Eierlikör trinken kann. Da fehlt es einfach an Lebenserfahrung.

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