14. Apotheker-Open – Im Turniermodus angekommen

So ein Schachopen geht immer fürchterlich schnell vorbei. Schon naht der letzte Tag. Gewinnen war heute Pflicht, sollte die DWZ nicht vollkommen ruiniert werden. Auch Dave und Lucky wollten noch vorne mitmischen. Was nur bedingt gelang…

Dave plagte sich gegen einen vereinslosen Spieler mit 1400 DWZ. Das Schachkid war schon nach einer Stunde fertig und hatte seinen Gegner, der sich sehr passiv verteidigte, in der Schottischen Eröffnung nach einer Stunde überrannt. Zeit, um shoppen zu gehen. Das Schachkid ist zu dick geworden und brauchte dringend eine neue Hose. Bis die Wirkung des neu aquirierten Fitnessstudios eintritt, müssen ein paar Wochen mit dem neuen Beinkleid überbrückt werden. Görlitz hat, neben der schönen Innenstadt, auch zum Shopping einiges zu bieten.

Das Schachkid trabte also entspannt zurück, die Runde konnte nur noch 20 Minuten gehen. Dave sah sich mit dem nackten König Läufer und Springer gegenüber. Der Gegner hatte noch 5 Minuten und stieß bei jeden Zug kleine Verzweiflungsschreie aus und verkündete, er habe keine Ahnung, wie das zu spielen sei. Der sichtlich genervte Dave spielte kühl und konzentriert. Bestanden doch Hoffnungen auf ein Remis. Allein es half nix. Der Gegner stieß einen überraschten Schnaufer aus, als er offensichtlich durch Zufall das richtige Motiv fand. Dave rauschte erstmal allein zum Bahnhof ab. Verständlich, nach so einer Partie geht einem alles auf die Nerven.

Selbige zeigte Lucky. Beide Seiten haben noch einen Turm und je zwei vereinzelte Bauern. Aber Lucky hat 10 Minuten mehr Zeit. Die Stellung scheint Remis. ABer Lucky gewinnt einen Bauern, der Gegner denkt zu lange nach. Das Blättchen fällt. Auch wenn die Stellung remis scheint und der Randbauer nicht durchzukriegen ist.

Kurzes Mittag Essen mit der Fetten Henne. Ein ultrascharfer Senf auf Thüringer Bratwurst – scharf und lecker. So wie das dynamische Duo, dass sich die Bratwürste reinpfeift.

Gewinnen ist für alle in der letzten Runde Pflicht. Das Schachkid sitzt neben Lucky. Dieser lüftet unter dem Schachtisch seine Füße, was des Schachkids Gegner kritisiert. Lucky guckt böse zurück.

Dave hat eine kleine Chinesin. Die Stellung ist chaotisch, ein wildes Wirrwarr von schutzlosen Königen, Damen, Einzelbauen und Leichtfiguren. Aber Dave scheint den Durchblick zu behalten und setzt matt.

Lucky hat es mit einem Schachzwerg aus Magdeburg zu tun. Der kleine Bursche greift mächtig an und setzt Lucky mächtig unter Druck.  Das nennt man Königsangriff. Lucky muss die Waffen gegen den Schachzwerg und späteren Zweitplatzierten des Schachkids strecken.

Der Gegner des Schachkids spielt als Weißer die Eröffnung etwas konfus und versucht einen Königsangriff. Das Schachkid fühlt sich nicht wohl, Schwarz steht sehr gedrückt. Aber nach 14. … f6 scheint der schwarze Königsflügel befestigt. Und Weiß hat auf der c-Linie ein Problem. Es droht Sb4. Den c-Bauern zu verteidigen, sieht nicht einfach aus. Und tatsächlich gewinnt Schwarz bald Material und zerlegt den weißen Damenflügel.

Spielerisches Fazit des Opens: 7. Platz und 70 € Preisgeld, ca. 5 DWZ verloren. Aber es hätte mehr drin sein können. Erst am letzten Tag kam das Schachkid in den Turniermodus und hat die Partien ordentlich gespielt, lange nachgedacht und gut gespielt. Davor die Partien waren schlimm.  Glück, dass nur 1,5 Punkte auf der Strecke blieben und am letzten Tag Schadensbegrenzung betrieben werden konnte. Das Schachkid spielt nun wohl tatsächlich auf dem Niveau einer 1700. Aber alte Verhaltensmuster, wie zu schnelles Spiel und nicht richtiges Überlegen, brechen noch zu oft durch. Die Eröffnungen sitzen auch noch nicht. Da ist noch Luft nach oben. Aber Spaß gemacht hat es mit den Leuten, die so mitpielten.

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