10th International Chess Festival “ISCHIA the Green Island” – Verdächtigungen unter heißer Sonne

Das Hotel bietet allerlei Wellness-Angebote. Zeit, um sich ein wenig aufzupimpen. Das Schachkid bucht  eine Gesichtsreinigung um 11.00 Uhr und lässt dafür die Inselrundfahrt sausen. Im Wellness-Keller angekommen, in dem subtropische Temperaturen herrschen, wartet das Schachkid 12 Minuten. Es passiert nix. Das mag das Schachkid gar nicht, da wird es schonmal übellaunig. Zurück zur Rezeption und kurz nachgefragt, schon ist die Kosmetikerin angekommen. Das Schachkid soll im  tropischen Keller sein Gesicht 10 Minuten in einen heißen Dampfstrahl halten. Das mag das Schachkid auch nicht, In Deutschland macht das eine Kosmetikerin mit einem feuchten Tuch. Das Schachkid bricht ab und storniert bei dieser Gelegenheit das für den Folgetag anstehende Körperpeeling. Wer weiß, was dort geplant ist.

Danach kurze Aufregung. Das Schachkid liegt am Pool. Lucky will Badesachen. Die sind im Auto. Die Schlüssel hat das Schachkid, das am Pool liegt, aber nicht vom Lucky gefunden wird. Später geht das Schachkid zum Auto und oh Schreck, da ist wohl einer gegengefahren. Zumindest sieht die Schmutzspur so aus. Der Schachwizard wird aus dem Schlaf gepocht. Zu dritt begutachtet man das Auto. Ein Unfall wäre schlimm, 2500 € Selbstbeteiligung hat das Wägelchen. Der Hotelgärtler Luigi weiß Rat. Ein Lappen und etwas Terpentin und das Auto ist wie neu.

Das Schachkid will sich in gewohnter Weise mit Bier und Limochello stärkeren. Die Kellnerin kommt auch schnell und nutzt die Gelegenheit, bei Balance des Putzlappens und des Tablets den kostbaren Gerstensaft über das Schachid auszukippen. Zur Entschuldigung bekommt das Schachkid zwei Bier spendiert. Hiner dem Schachkid bricht die Schilfdeko zusammen.

Überhaupt ist man ständig am Trinken, weil es so heiß ist. Wasser, Bier, Limonchello – Hauptsache flüssig.

In der vierten Runde sitzt ein dicker Italiener an den weißen Steinen. Es wird ein Königsinder.

Entgegen seiner Gewohnheit spielt das Schachkid 8. … e5 statt c5. Das wird spielentscheidend sein, da der Bauer c7 schwach wird. Auf diesen Punkt spielt Weiß und belagert ihn. Mit allen,was dazu gehört. Der Abstausch 17. …  Lxd5 ist dabei nicht hilfreich, da er erst die c-Linie öffnet. Der c7-Bauer droht schon zu fallen. Das Schachkid versucht es mit einer Pseudodrohung 21. … Sf4. Es klappt, der Gegner wird merklich unsicher, das Schachkid gewinnt ein paar Züge. Schach ist eben doch nur Psychologie. Aber der Punkt ist nicht zu halten. Das Schachkid wundert sich, warum Weiß nicht einfach 32. Txb6 spielt. Danach ist gleich Ruhe. Das Schachkid versucht, noch etwas Unruhe zu stiften und Gegenspiel unter hohen Bauernverlusten zu erlangen. Dies gelingt nur bedingt, die Stellung ist einfach zu schlecht. Das Schachkid muss die Waffen strecken.

Schach ist eine ernste Sache, selbst bei so einem kleinen Turnier. An einem hinterem Brett setzt die besser stehende Gegnerin patt. Als sie dies erkennt, werden lautstark die Figuren durch die Gegend geworfen. Der herbei eilende Schiri kann die Signora kaum beruhigen.

Das Schachkid seinserseits ist ein wenig müde und beschließt, nach 10 Zügen ein kleines Nickerchen im angenehm kühlen und dunklen TV-Raum einzulegen. Dann hin und einen Zug gemacht und erstmal die Toilette aufgesucht. Der Gegner ist offensichtlich der Abwesenheit des Schachkids tief besorgt, vermutet ein Cheating und will zum Schiri. Lucky behauptet, das Schachkid habe Magenprobleme. Wobei es sicher keine FIDE-Regel gibt, die ein kleines Nickerchen zwischendurch verbietet. Die gute Absicht von Lucky findet das Schachkid gar nicht gut. Diese Unterstellung hätte das Schachkid lieber ausgefochten.

Der Schachizard sitzt die ganze Zeit stirnrunzelnd am Brett, guckt hin und her und bleckt die Zähne. Offenbar hatte er in dem Moment eine Idee. Jedenfalls gewinnt er gegen seinen deutschen Gegner aus Bremen. Lucky hat heute die längste Partie, es wird wieder Remis. Er wundert sich darüber. Das Schachkid wundert sich nicht, wenn  er bereits nach 5 Mintuten die Damen abtauscht. Obwohl die Stellung anschließend recht verwickelt aussah…

Es ist Zeit, den Superdave von der Fähre abzuholen. Nun beginnt eine Zeit voller Stress. Das Navi lotst das Schachkid nicht zum Hafen, sondern behauptet voller Überzeugung, dieer Kreisverkehr hier sei das Ziel. Davor natürlich ein Stau. Natürlich kann man auch nirgends halten. Das Schachkid versucht, den Superdave anzurufen. Der geht nicht ran, obwohl er schon da sein muss. Whats App liest er auch nicht. Das Schachkid wird geruhsam latent aggressiv. Schließlich gibt er sich via Whats App zu erkennen und schickt ein „Lol“. Das Schachid ist kurz versucht, in irgendeiner Art und Weise auf den Superdave einzuhauen, sollte es ihn finden. Er gibt endlich seine Position bekannt. Das Navi behauptet, für 1,2 km benötige man 30 Minuten. Nach 10 Minuten merkt das Navi an, dass es im Fußgängermodus unterwegs sei und das der Fahrzeugmodus doch günstiger wäre. Superdave schickt derweil eine Nachricht, er habe nun vom Warten die Nase voll und gehe was trinken. Der Schachwizard im Hotel kommentiert mit Häh. Endlich den Superdave gefunden, gelingt es nicht, das Radio im BMW zu aktivieren. Für so ein teures Auto ist das ein absolut verunglücktes Bedienkonzept.

Endlich kann man zum Essen fahren, Danach soll es über dunkle enge Straßen zu heißen Quellen gehen, die ins Meer münden. Es ist stockdunkel. Die Meute ist auf einer steilen Treppe schon gut vorangekommen. Dem Schachkid wird ein wenig plümerant und ruft die Meute zurück, die  ihren Unmut bezeugend folgt. Vielleicht gelingt ja ein neuer Anlauf, die Quellen zu besuchen, ohne dass das Schachkid rumziekt. Der Superdave ist nachts um drei auch keine große Motivationshilfe.

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