24. Oktober 2019

1. Arberia-Open – Hektische Anreise nach Maß

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier. Und so reist das Schachkid sogleich nach dem Lichtenrader Herbst zum 1. Arberia-Open nach Wien. Nicht das Open der Wahl. Aber es geht von Montag bis Freitag und passt so perfekt in den Urlaub des Schachkids.

Der Flughafen geht dem Schachkid schon wieder auf die Nerven. Parken kostet 139 € die Woche. Da hätte das Schachkid auch mit dem Taxi fahren können. Am Gepäckschalter sitzen nur zwei Mann, also ein Mann und eine Frau. Die Frau, typische Beautyhexe, mit langen Fingernägeln und null Gehirn sagt zum Schachkid „Personalausweis“. Bitte und Danke kennt die Dame nicht. Eine andere Dame ignoriert die Schlange und macht eine zweite Schlange auf. Was zur allgemeinen Verwirrung des Personals führt. In der Raucherecke will das Schachkid diese Dame erstmal zusammenpfeifen. Diese antwortet im feinsten Wienerisch. Dieser Dialekt…

Wenn Wiener loswienern, kann man nicht mit denen schimpfen. Das wissen die ganz genau, die Wiener.

An der Sicherheitskontrolle dauert es genauso lange. Das kriegt der Flughafen Tegel nicht hin. 100 Passiere aber nur eine Sicherheitsschleuse offen. Ein Mitarbeiter informiert, man möge doch den Zugang nebenan benutzen. Dort sei es leer. 100 Passagiere rennen nach links, das Schachkid vorne weg. Drinnen angekommen kommt das Flugzeug nicht, eine Stunde Verspätung. Es weiß nur keiner, weder das Flughafenpersonal noch die App von Australian Airlines. Das Schachkid erfährt es vom Sitznachbarn.

In Wien angekommen steigt das Schachkid ins Taxi und braust zum Hotel. 50 € kostet das. Drei Tage später liest das Schachkid im Reiseführer, mal solle keinesfalls die Taxe nehmen, die vor dem Flughafen steht. Die sei zu teuer. Aha, denkt das Schachkid. Na wunderbar.

Mit dem Plan, in Ruhe ankommen,  Mittagssschläfchen machen und dann den Gegner umhauen wird das nix. Im Hotel angekommen stellt das Schachkid fest, dass es sein Ipad im Flugzeug liegengelassen hat. Also 45 Minuten lang mit der Airline und dem Flughafen telefonieren und eine Verlustmeldung aufgeben.

Und dann zum Spiellokal hetzen. Das Hotel liegt am einen Ende der Stadt, dass Spiellokal am anderen Ende der Stadt. Augen auf bei der Hotelwahl. Blöd, wenn man sich mit den Öffis hier nicht auskennt. Könnte man ja auch vorher recherchieren. Also eine Taxe via Bolt gebucht, der österreichische Uber.

Das Schachturnier findet im Haus dem Schachsports nebem dem Stadion statt. Hier wird tatsächlich nur Schach gespielt. An den Wänden hängen Portraits bekannter Großmeister. Von außen sieht das Gebäude wie eine schlimme Baracke aus. Kann aber auch am wuchtigen Stadion liegen, dass direkt daneben angesiedelt ist.

Das Tunier wird zum ersten Mal von einem albanischen Verein ausgerichtet.  Es wird im Rahmen der albanischen Kulturwochen angeboten. Folgerichtig ist der albanische Botschafter zur Eröffnung da. Bei dem Turnier  spielen lustige Typen mit. Österreichische schachspielende Althippies sind noch lustiger als Deutsche Schachspieler. Der Schiri ist dick, hat einen wohlklingenden Bass und Wiener Dialekt. Um 18.00 Uhr ist Anmeldeschluss. Um 18.10 kommt der Vereinsschef zum Schiri: „Ich hab da noch einen.“. Platzt der Schiti zurück: „Um 18.00 Uhr war das End der Anwesenheiskontrolle. I soags, wiiiiieees iss.“

1. Runde  – gleich ein starker Gegner. Der Gegner sieht aus wie der junge John Lennon nach einem Indientrip auf Drogen. Total entspannt. Das Schachkid drückt die Uhr, der Gegner denkt 3 Minuten nach. 1. e4 c6, der Gegner denkt wieder 5 Minuten nach. Was ist daran so schwer? Das geht es dem Schachkid schon wieder auf die Nerven. Er denke sich gerne in eine Partie ein, sagt er dem Schachkid. Damit man nicht Gefahr laufe, so automatisiert zu spielen. Der Erfolg gibt ihm auch noch recht. Denn das automatisiert spielende Schachkid ist nach 6 Zügen matt. Immerhin ist der Gegner nett, trotz seiner obskuren Spielweise.

Also das ist dem Schachkid wirklich lange nicht passiert. Das Schachkid geht nach einem hektischen Tag lieber schlafen und hofft auf bessere Zeiten.

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