26. Oktober 2019

1. Aberia-Open – Psychologie am Schachbrett

Das Schachkid hat heute eigentlich keine Zeit zum Schachspielen. Um 17.00 Uhr stehen die Wiener Sängerknaben auf dem Programm. Das Schachkid hat Glück. Der Brucknerchor mit dessen Leiter Manolo Cagnin tritt auf. Insider wissen, der italienische Chorleiter lebt due Musik mit Leidenschaft, was man ihm bei Dirigieren ansieht. Der Chor hat ein eigenes kleines Orchester. Sehr beeindruckend, muss man mal gesehen haben. Flüchten tun andere Teile des Publikums. Hinter dem Schachkid sitzen zwei Chinesinnen mit männlicher Begleitung. Diese fragt das Schachkid in der Pause, wie lange das Konzert denn gehe. Im zweiten Konzertteil sitzen die Damen alleine.

Das Konzert überzieht hemmungslos. Die Karenzzeit ist nicht zu schaffen. Das Schachkid hat allerdings vorher gefragt, ob es nicht ausgelost werden solle oder später kommen darf. Der Schiri entschied für später komemn. Also wirft sich das Schachkid nach dem Konzert sofort ins Taxi und sagt dem Fahrer, wohin er fahren soll. Der ist um die 70 und weiß auch nicht, wo es lang geht. Und befragt daher das Schachkid. Das sich an der Stelle fragt, wer hier eigentlich der Taxifahrer ist. Der Taxifahrer kriegt es auch nur hin, das Schachkid bis 600m heran an das Haus des Schachsports zu chaufieren. Den Rest muss es laufen. Was das Zeitproblem verschärft.

Das Schachkid geht nun psychologisch vor. Die Uhr zeigt nur noch 38 Minuten für 40 Züge. Dank Fischermodus aber kein Problem.

Der Gegner jedenfalls scheint ein wenig genervt und ist auch sonst offenbar relativ humorlos. Schwarz wählt skandinavisch. Das kommt dem Schachkid gelegen. Es hält die Stellung geschlossen und vermeidet taktische Verwicklungen und forciert den Abtausch, wo möglich. Das spart Bedenkzeit und funktioniert. Der Gegner kommt zeitlich heran. Als er nur noch 30 Minuten und offenbar auch keine Ideen hat, bietet das Schachkid im 23. Zug Remis. Der Gegner antwortet. Das Schachkid muss dreimal nachfragen, da der Gegner strengen Dialekt spricht. Er überlege, spielt dann aber planlos weiter. Hat dann aber doch eine Idee, nämlich in den Königsflügel hinein zu opfern. Das Schachkid schaltet nun nicht um und spielt zu schnell. 33. Td3 sollte das Remis sichern, während 33. Te1 zum Untergang führt, aber logisch aussieht, wenn man schnell spielt.

Der Gegner entschwindet wort- und grußlos. Komischer Mensch.

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