25. Oktober 2019

1. Aberia Open – Der Kellner ist König

Am gestrigen Mittwoch war Pause. Das Schachkid hat den Tag genutzt und das schöne Schloss Schönbrunn besichtigt. Heute hat das Schachkid ein kleines Vermögen ausgegeben und Wien via Fiaker erkundet. Und noch anschließend die Peterskirche und die Virginkapelle besichtigt. Letztere leigt unterirdisch und wurde gefunden, als man die U-Bahn gebaut hat. Für die Kultur hat das Schachkid heute viel getan, sodass man sich der Kaffeehauskultur widmen kann.

Hier ist der Kellner König. So steht das Schachkid am Cafe Central erstmal an. Dies ist eines der ältesten Wiener Cafes, wo schon einst Dichter und Denker speisten und plauschten. Die Kellner tragen Fliege und platzieren den Gast mit dem vielzitierten Wiener Schmäh. Dann wartet man, bis sich der Kellner einen widmet.

Wie es nicht geht, zeigen die Chinesen. Die sind ein wenig ungeduldig. „Sit down, no Stress“ sagt der Kellner, „Sonst gehns gloa hoam.“ Ein paar andere Gäste stehen ungeduldig an der Tür. Einer winkt dem Chefkeller und zeigt zwei Finger, was wohl zwei Personen heißen soll. Der Chefkellner schreitet würdevoll heran, zupft an seiner Fliege, schaut den winkenden Gast kurz böse an und schreitet wortlos von dannen. Der hat das Leben verstanden, wie ein befreundeter Kellner sagen würde.

Ein Mann sitzt am Flügel und erfreut das Publikum mit Musik. Touristen mit Jogginghosen entern das Cafe. Prolls treffen auf Wiener Kultur.

Heute nun wartet ein starker junger Gegner. Das Schachkid ist pünktlich, das Tunier hat Verspätung. Das ist mal was neues. EIn Tisch weiter spielt ein Amerikaner. Dieser fragte vor der 1. Runde, ob elektronische Geräte erlaubt seien. Der Schiri erklärte „Alles, was Halbleitertechnik aktiviert hat, gehört net in den Soal.“ Der Amerikaner hats vermutlich nicht verstanden. Bei ihm bimmelts nach dem 3. Zug. Er geht ran und raus. Als er wieder rein kommt und weiter spielen wil, hat der Schiri schon die 0 eingetragen.

Dieser Königsinder scheint einmal zu funktionieren. Jedenfalls fühlt sich das Schachkid in der Stellung wohl und greift am Damenflügel an.  Weiß hat  kein Gegenspiel und verbaut sich mit 13. d5 die Läuferdiagonale. Aber ein Gewinnweg ist für Schwarz nicht zu sehen. Der Gegner gähnt. Das Schachkid fühlt sich abends  um 21.00 Uhr auch nicht mehr so fit und bietet mal probehalber Remis an. Der Gegner überlegt hin und her. Kann sich dann aber auch mit einem Remis gut anfreunden.

Bleibt Zeit, um Kraft für den nächsten starken Gegner zu schöpfen.

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